Wir müssen «die Lüge als Lüge erkennen!»

Seit dem Interview zwischen Achim Hellmich und Autor Helmut Zander (‹Goetheanum› Nr. 27/2007) liest man immer wieder Stellungnahmen zu den beiden Büchern ‹Anthroposophie in Deutschland›, unter anderem wurden in der Süddeutschen Zeitung  die beiden Zander Bücher eingehend positiv beurteilt, was auch einige Verantwortungsträger der Anthroposophischen Gesellschaft getan haben.
So steht in der Süddeutschen Zeitung: «Helmut Zanders Untersuchung birgt für die Anthroposophen eine große Chance. Seine Belege für Steiners Eklektizismus sind derart schlagend, dass ein generelles Verleugnen seiner Befunde Indiz für eine geradezu gruselige Engstirnigkeit wäre. Wenn man aber zugibt, das Steiner nicht vom Weltgeist diktiert bekam, sondern sich von zeitgenössischen Quellen inspirieren ließ, dann könnte man sein ganzes Werk kritisch befragen. Na und? Worin läge das Skandalon? Der Skandal ist doch, dass viele bis heute nicht dazu bereit sind, das zu tun.» (Alex Rühle)
Nun haben eine Reihe von Zuschriften an ‹Das Goetheanum› auf geisteswissenschaftlicher Ebene richtig gestellt, was Geisteswissenschaft als Erkenntnisweg bedeutet, wenn angestrebt wird: «Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltall führen möchte.» (1.Leitsatz).
So haben unter anderem Andreas Neider, in ‹Ein trojanisches Pferd› und ‹Lesen in der Akaska-Chronik› (‹Goetheanum› Nr. 39 und 41) sowie Sergej Prokofieff in ‹Ein Buch und seine Hintergründe› und ‹Blick auf die Gegnerschaft› (Nachrichtenblatt Nr. 45 und 46/2007) auf die geistigen Widersprüche in den beiden Büchern Helmut Zanders hingewiesen und auf die geistige Richtung, aus welcher sie stammen. Zum Geistigen im Weltall will uns der Eingeweihte Rudolf Steiner führen. Wir sind frei, diesen Weg zu gehen. Was Neider sowie Prokofieff auch in ihren Darstellungen vor uns hinstellen, ist die geistige Verantwortung und Ehrfurcht Rudolf Steiner gegenüber, der sich hier nicht mehr wehren kann bei denjenigen, die ihn selbst, sowie seine Geisteswissenschaft verleugnen wollen.
Rudolf Steiner äußert sich über die Art gegnerischer Verleugnung folgendermaßen: «Immer wiederum tauchen die Dinge auf, dass, wenn irgendein […] Gegner kommt und das oder jenes hineinschmeißt in die Welt, selbst unsere eigenen Anhänger noch kommen und sagen: Das muss man noch prüfen, ob der oder jener es nicht aus dieser oder jener Schwäche begangen hat. – In der Anthroposophischen Gesellschaft ist leider immer die Sehnsucht vorhanden, viel mehr dasjenige anzuklagen, was aus der Wahrheit heraus spricht, als solche Gegner anzuklagen, die aus ihren Seelenuntergründen heraus alle Wahrheit in den Kot treten möchten. […]
Es muss das immer wiederum […] gesagt werden, dass wir die Lüge als Lüge  erkennen müssen; denn die Lüge ist es, in die Ahriman sich verschlüpft. […] Soll die Anthroposophische Gesellschaft das sein, was sie sein will, dann muss sie von einem glühenden Wahrheitsgefühl durchdrungen werden, denn das ist heute identisch mit einem glühenden Gefühl für den Fortschritt der Menschheit. Alles Übrige ist nur erfüllt von dem Willen, der in die Niedergangskräfte hineinführt und immer weiter hineintreibt.» (GA 205, 17. Juli 1921) Wer Rudolf Steiners Aussagen nur als zeitbedingt wahrhaben will, der anerkennt nicht, dass Wahrheit nicht verjährt!      
«Ich will nicht verehrt, ich will verstanden werden», sagte uns Rudolf Steiner. Es jährte sich zum 83. Male die Weihnachtstagung, an der Rudolf Steiner uns zurief: «Menschen mögen es hören».

Günther v. Negelein, Christa Ackeret, Arlesheim (CH)